Liturgie - was ich immer schon wissen wollte

Die Liturgie, die Feier des Gottesdienstes mit allen Vollzügen und Zeichen ist wie eine Schatzkiste, die es immer wieder zu entdecken gilt. Eine Predigtreihe in der Gemeinde Herz-Jesu möchte zu einer vertieften Mitfeier der Messe beitragen. Die Reihe beginnt am Sonntag, den 4./5. August und endet am 8./9. September.

 

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1. Gottesdienst – warum – wozu?

 Leben spielt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. In der Messe aber erfahren wir Gleichzeitigkeit - den offenen Himmel über uns, einen Moment der zeitenlosen Ewigkeit: Erfahrung der göttlichen Gegenwart in einem feierlichen Fest des Glaubens für Kopf, Herz und Sinne.

Gott ruft sein Volk zusammen rings auf dem Erdenrund, eint uns in Christi Namen zu einem neuen Bund. Wir sind des Herrn Gemeinde und feiern seinen Tod. In uns lebt, der uns einte;er bricht mit uns das Brot.

In göttlichem Erbarmen liebt Christus alle gleich; die Reichen und die Armen beruft er in sein Reich. Als Schwestern und als Brüder sind wir uns nicht mehr fern: ein Leib und viele Glieder in Christus, unserm Herrn

Neu schafft des Geistes Wehen das Angesicht der Welt und lässt ein Volk erstehen, das er sich auserwählt. Hilf, Gott, dass einig werde dein Volk in dieser Zeit: ein Hirt und eine Herde, vereint in Ewigkeit.

Haben Sie den Text dieses Liedes aus dem Gotteslob Nr. 640 schon einmal bewusst gelesen? Er sagt viel über den Sinn und das Ziel eines Gottesdienstes aus. Auch der Anlass und das Thema einer jeden Messfeier sind darin benannt: Ostern. Jeden Sonntag feiert die Kirche das Oster- oder Pascha-Mysterium der Auferstehung Christi. Der Sonntag ist somit das Wochenosterfest, zu dem sich die auf Christus Getauften zum Hören des Wortes und Brechen des Brotes versammeln. Er ist damit das Fundament des gesamten Kirchenjahres.

Geladen zum Tisch des Wortes und zum Tisch des Brotes
Ausgangspunkt für das Verständnis der Messe ist das Abschiedsmahl Jesu mit seinen Jüngern. Dessen umdeutende Worte über Brot und Wein und seine Anweisung „tut dies zu meinem Gedächtnis“ sind von Anfang an der Kern der nachösterlichen Versammlungen der Anhänger Jesu. Ihr Zusammenkommen war zuerst noch mit einem Sättigungsmahl verbunden. Nach und nach aber wurde dieses Gedächtnismahl ritualisiert. Es nahm die Gestalt einer
Eucharistie, eines großen Danksagungsgebetes über Brot und Wein an. Ab Mitte des 2. Jahrhunderts finden wir dann durchgängig die Grundgestalt der Feier vor, wie sie bis heute verbindlich ist: eine Einheit von zwei Hauptteilen: Wortgottesdienst und Eucharistiefeier. Beide, der Tisch des Wortes und der Tisch des Brotes, laden ein zur Gemeinschaft mit Gott durch den lebendigen auferstandenen Christus im Heiligen Geist. Die Messe ist jedoch nicht nur Gabe, sie ist auch Aufgabe. Sie sendet die Mitfeiernden aus, im Alltag des Lebens in der Nachfolge Christi für Andere die Liebe Gottes erfahrbar werden zu lassen.

Begegnung. Hilde Schürk-Frisch

Gottesdienst als Dialog zwischen Gott und den Menschen
In der langen Geschichte zwischen Gott und den Menschen, die in den biblischen Büchern erzählt wird, ist Gott nicht nur der Sprechende, sondern ebenso und ent-scheidend der heilbringend Handelnde. Gottes Dienst an den Menschen hat vielfältige Erscheinungsformen: in Worten, Zeichen und Handlungen teilt er unseren Weg, geht er mit.
Er tritt ein in den Dialog.
Die Liturgie stellt der Gemeinschaft der GottesdienstteilnehmerInnen viele Mög-lichkeiten für eine Antwort in diesem Dialog bereit, Formen, in denen die Feiernden ihrerseits „mitgehen“ können: Indem sie hören, die Gegenwart Christi in den sakramentalen Zeichen er-fahren, Gott danken, ihn preisen und loben – besonders in Psalmen, Hymnen und Liedern –, sich zu ihm bekennen, ihn anbeten, für andere bitten, an ihn appellieren, aber auch klagen und ihn mit Nachdruck an die Zusage seines Mit-Seins auf unseren Wegen erinnern.
Gottesdienst im katholischen Sinn ist somit ein Dienst Gottes am Menschen, durch den Gott den TeilnehmerInnen im Wort der Bibel und in der Eucharistie begegnet, sich ihnen mitteilt und schenkt. Er ist aber zugleich auch ein Dienst des Menschen an Gott und vor ihm. So kann sich jede und jeder auf ganz persönliche Weise in den Gottesdienst einbringen, für sich im Stillen oder in einem der vielen Dienste, die z.B. in unserer Gemeinde die Liturgie bereichern.

nach: www.liturgie.ch,  Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz, Das Liturgieportal

2. Zeichen und Symbole (1)

Dynamik des Kreuzzeichens - Plastik von Maria E. Stapp

Eine katholische Messfeier birgt eine Fülle von Zeichen und Symbolen. Wer sie als solche erkennt und mit diesen äußerlichen Formen eine innere Haltung verbindet,  dem erschließt sich ein Schatz, der unsere Liturgie zu einem Fest für alle Sinne macht. Einige Beispiele:

Weihwasser
Wenn wir uns am Eingang der Kirche mit diesem Wasser bekreuzigen, erinnert es daran, dass wir getauft wurden "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes".

Kreuzzeichen
Das Kreuz ist Zeichen unseres Glaubens. Denn Christus hat durch sein Sterben am Kreuz im Licht seiner Auferstehung den Tod besiegt.
In der Eucharistiefeier bezeichnen wir uns dreimal mit dem Kreuzzeichen. Zu Beginn und am Schluss der Eucharistiefeier mit einem „großen“: Die Feiernden erinnern sich, dass sie sich im Namen des dreifaltigen Gottes versammelt haben und ihr gottesdienstliches Feiern, aber auch ihre Sendung in der Welt, durch Gottes Segen begleitet wird. Das ältere „kleinere“ Kreuzzeichen hat sich dagegen vor der Verkündigung des Evangeliums durchgesetzt in der Bedeutung, das Evangelium unserem Verstand zu Eigen zu machen, es mit unserem Mund zu bekennen und es in unserem Herzen zu bewahren.

Kniebeuge  
Kniebeuge Romano Guardini schreibt dazu: „Wenn du das Knie beugst, lass es kein hastiges, leeres Geschäft sein. Gib ihm eine Seele! Die Seele des Knies aber ist, dass auch inwendig das Herz sich in tiefer Ehrfurcht vor Gott neige. Wenn du in die Kirche kommst oder hinausgehst oder am Altar vorbeigehst, knie nieder, tief, langsam und dein ganzes Herz mit, und dabei soll es sprechen: Mein großer Gott …!  (…) und jedes Mal wird es deiner Seele gut tun.“

Stehen
Stehen bedeutet Bereitschaft, Respekt, Aufmerksamkeit. Es ist die  Grundhaltung der Christen als erlöste Menschen, als Ebenbilder Gottes.    "Wir danken dir, Herr unser Gott, dass du uns berufen hast, vor dir zu      stehen und dir zu dienen!"(aus dem zweiten Hochgebet)                         In den ersten christlichen Jahrhunderten war das Stehen die häufigste Gebetshaltung.

Knien
Eine besondere Stellung hat das Knien in der Liturgie als Zeichen besonderer Ehrfurcht und der Anbetung. Im Knien gibt der Mensch ein Stück seiner natürlichen Größe preis. Er gesteht sich ein, dass er sein Leben nicht selbst in der Hand hat, nicht alles kann und alles beherrscht. Dass er darum weiß, dass sein Leben von etwas Größerem herkommt.
Mit einem knienden Gebet hat Christus seine erlösende Passion begonnen, als er sich nach dem Letzten Abendmahl an den Ölberg begab, niederkniete und betete: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir!“ (Lk 22,42; vgl. Mk 14,35). Auch seinen Jüngern war das Knien als Gebetshaltung vertraut (vgl. Apg 9,40; Eph 3,14).

So geht katholisch: das Sitzen im Gottesdienst während der Lesung. Ausstellung in St. Peter u. Paul Zürich, 11/2010

Sitzen
Sitzen bedeutet zur Ruhe kommen, Verweilen, konzentriertes Hören, Meditieren. Wenn im Altertum die Bischöfe predigten,  nahmen sie dabei auf der „cathedra“, dem Lehr- bzw. Predigtstuhl, Platz. Man konnte sich dafür auf Jesus berufen, von dem die Evangelien berichten, dass er die „Bergpredigt“ und „Seepredigt“ sitzend vortrug (Mt 5,1; 13,1 f; Mk 4,1).  Die Gläubigen hingegen hatten im
Gotteshaus keine feste Sitzgelegenheit. Erst als Martin Luther im 16. Jahrhundert  Sitzbänke einführte, geschah das bald auch in den katholischen Kirchen.

Hände falten

Haltung der Sammlung und des Gebetes.

Gehen
Unterwegs sein zu Gott, schreiten.       

Schweigen
Momente des schweigenden Innehaltens oder des Nachklingen-Lassens dürfen und sollen den ganzen Gottesdienst durchweben. Gemeinsam zu schweigen ist ungewohnt. Schweigen bedeutet aber nicht Leere sondern Fülle. Im gemeinsamen Schweigen vor Gott kann Gottes Gegenwart in der Gemeinschaft ankommen.

Weihrauch
Inzensieren ist Zeichen der Ehrerbietung. Der Weihrauch galt als Zeichen der Verehrung (vgl. Mt 2,11), der Reinigung (vgl. Lev 16) und des Gebetes (vgl. Offb 8,4; Psalm 141,2).    

nach: www.liturgie.ch; sowie ergänzend  www.mariae-himmelfahrt-hollfeld.de, jugendpastoral.erzbistum-koeln.de

3. Der Aufbau der Heiligen Messe Teil 1: Eröffnung

Eröffnung
1.    Einzug – Gesang
2.    Gruß und Einführung
3.    Schuldbekenntnis
4.    Kyrie
5.    Gloria
6.    Tagesgebet

Eröffnung
Die Messe beginnt eigentlich mit der Einstimmung, mit dem Aufbruch von Zuhause und dem Weg zur Kirche. Diese Einstimmung setzt sich fort, wenn wir die Kirchentüre durchschreiten, uns mit Weihwasser bekreuzigen (d.h. uns an unsere Taufe erinnern) und von den Frauen und Männern des Begrüßungsdienstes empfangen werden. Mit einer Kniebeuge vor dem Einnehmen des Sitzplatzes  machen wir uns der Gegenwart  Gottes bewusst.

Der Eröffnungsteil ist breit angelegt, damit wir mit allen unseren Gefühlen und Erfahrungen dazugehören können: mit Schuldgefühlen, Sorgen und inneren Nöten, wie sie im Schuldbekenntnis ausgesprochen werden. Oder mit Freude, Glück, Erlöstsein und gleichzeitiger Sehnsucht nach all dem, wie es im Kyrie und im Gloria zum Ausdruck kommt.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Das gemeinsame Kreuzzeichen ist die erste gemeinsame Handlung, die die versammelte Gemeinde miteinander vollzieht. In seinem Namen „Ich bin da mit euch“ verbürgt Gott allen seine Nähe. In seinem Sohn Jesus Christus haben wir das Geschenk des Glaubens und der Taufe empfangen. Im Heiligen Geist sind wir miteinander verbunden: in der konkreten Gemeinschaft der Gemeinde und der Diözese sowie in der weltumspannenden Gemeinschaft der Kirche.

Schuldbekenntnis
Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen,
und allen Brüdern und Schwestern,
dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe
– ich habe gesündigt
in Gedanken, Worten und Werken –
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria,
alle Engel und Heiligen
und euch, Brüder und Schwestern,
für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.


Kyrie
Das Kyrie eleison, die griechische Übersetzung des hebräischen Hosianna, ist zum einen ein Hoheitsruf, ein Ruf der Verehrung an Gott, und an Jesus Christus. Zum anderen ist es ein Ruf um Erbarmen, eine Bitte um Zuwendung und Befreiung.
V: Kyrie, eleison. A: Kyrie, eleison.
V: Christe, eleison. A: Christe, eleiso
V: Kyrie, eleison. A: Kyrie, eleison.

oder:
V: Herr, erbarme dich (unser).         A: Herr, erbarme dich (unser).
V: Christus, erbarme dich (unser).    A: Christus, erbarme dich (unser).
V: Herr, erbarme dich (unser).          A: Herr, erbarme dich (unser).


Gloria

Das Gloria (Ehre sei Gott…) ist ein Christushymnus, der an Sonn- und Festtagen gesungen wird (selten gesprochen). Darin erklingt gleichsam das Thema der gesamten Eucharistiefeier. Wie die Engel bei der Geburt Jesu in Bethlehem, so lobt und preist die versammelte Gemeinde Gott im Himmel für das Geschenk, das er den Menschen in Jesus Christus gemacht hat.

Mit dem Tagesgebet wird der Eröffnungsteil betend zusammengefasst und zum Wortgottesdienst hin weitergeführt. Nach der Aufforderung "Lasset uns beten" ist die Gemeinde zunächst zu einem persönlichen, stillen Gebet eingeladen. Der Priester fasst diese stillen Gebete dann im Tagesgebet zusammen.



nach: homepage des Erzbistum München
http://www.erzbistum-muenchen.de/Page005534.aspx


4. Der Aufbau der Heiligen Messe Teil 2: Der Wortgottesdienst

Wortgottesdienst
1.    Erste Lesung
2.    Antwortpsalm
3.    Zweite Lesung
4.    Ruf vor dem Evangelium
5.    Evangelium
6.    Predigt
7.    Glaubensbekenntnis
8.    Fürbitten

Nachdem sich die feiernde Gemeinschaft in der Eröffnung gesammelt und eingestimmt hat, folgt der Wortgottesdienst. Dieser ist  ein dialogisches Geschehen zwischen Gott und der versammelten Gemeinde.
Gott dient dem Menschen mit seinem Wort, das in der Heiligen Schrift verdichtet und überliefert ist. Der Mensch dient Gott, indem er auf dessen Wort hört und antwortet.
Verkündet wird Gottes Wort von einem eigenen Ort aus, vom Ambo, dem Tisch des Wortes Gottes.
Dieser  „Tisch des Wortes Gottes“  wird in der Messe am Sonntag dreifach gedeckt. Eine erste Lesung aus dem Alten Testament, eine zweite Lesung aus dem Neuen Testament sowie ein Abschnitt aus einem der vier Evangelien werden der Gemeinde vorgetragen.

Erste Lesung
Die erste Lesung vergegenwärtigt die Großtaten Gottes, wie sie im Alten Testament bezeugt sind. Die Gemeinde antwortet aus dem Gebetsschatz der Psalmen.

Antwortpsalm

Nach der ersten Lesung wird in unserer Gemeinde seit einiger Zeit  in vielen Gottesdiensten der Antwortpsalm von Kantorinnen und Kantoren gesungen. Der alte liturgische Dienst des Kantoren / der Kantorin ist wiederbelebt worden.
 
Zweite Lesung

Die zweite Lesung vergegenwärtigt das Wirken des Heiligen Geistes in der entstehenden Gemeinschaft der Kirche, wie es in der Apostelgeschichte und in den Briefen der Apostel und deren Schulen bezeugt ist. Die Gemeinde antwortet mit dem Hallelujaruf. Dazu steht sie auf, den Blick bereits auf das Evangelium gerichtet.

Evangelium
Das Evangelium schließlich verkündet das Geheimnis und das Schicksal der Person Jesu Christi. Seine Gegenwart im Wort wird hervorgehoben durch ein eigenes Buch, dem Evangeliar. Diesem Buch werden besondere Zeichen der Verehrung erwiesen. Es wird in einer kleinen Prozession vom Altar zum Ambo getragen, begleitet von Messdienerinnen mit  Leuchtern und an besonderen Festtagen auch mit Weihrauch. Die versammelte Gemeinde ist eingeladen, sich dem Wort Gottes zuzuwenden, und dies auch durch die Körperhaltung zum Ausdruck zu bringen.
So wird im Wortgottesdienst auf vielfältige Weise der Samen des Wortes Gottes in die Herzen der Menschen gesät.

In der Predigt erfolgt eine zeugnishafte Umsetzung des Rufes des Wortes Gottes für das Leben als Christ heute.

Glaubensbekenntnis
Auf das Wirken des dreieinen Gottes gibt die feiernde Gemeinschaft im Glaubensbekenntnis ihre Antwort. In ihm ist der Glaube vieler Generationen zusammengefasst. Der Glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, in den hinein die Versammelten getauft wurden und der zu ihrem Erkennungszeichen geworden ist. Zuspruch und Anspruch sind im Glaubensbekenntnis (Credo) gleicherweise ins Wort gefasst.

Fürbitten

Am Ende des Wortgottesdienstes erlebt die feiernde Gemeinschaft, dass Gott ein offenes Ohr für sie hat. Er hört auf ihre Sorgen, Nöte und Anliegen, wie sie im Gebet des Volkes, in den Fürbitten ausgesprochen werden.

5. Der Aufbau der Heiligen Messe Teil 3: Die Eucharistiefeier

Eucharistiefeier
1.    Gabenbereitung
2.    Eucharistisches Hochgebet
3.    Präfation
4.    Sanctus
5.    Wandlungsbitte
6.    Einsetzungsworte
7.    Heilsgedächtnis
8.    Vater unser
9.    Agnus Dei
10.    Kommunion
Die Eucharistiefeier, der Teil der Heiligen Messe, der auch der gesamten Feier den Namen gibt, beginnt mit der Gabenbereitung.

Gabenbereitung

Brot und Wein werden zum Altar gebracht. Ebenso die Gaben für die Armen, für die Bedürftigen und für die Belange der Gemeinde, früher als Naturalien, jetzt als Geldspende. Von da her erklärt sich die Gabenprozession an Erntedank und anderen Festen. So wird die Gabenbereitung zum Bekenntnis: Gottes- und Nächstenliebe gehören untrennbar zusammen.
Es ist in unserer Gemeinde seit einiger Zeit ein guter Brauch, dass auch erwachsene Gottesdienstmitfeiernde die Gabenprozession gestalten.

Eucharistisches Hochgebet

„Erhebet die Herzen!“ – So stimmt der Priester das Hochgebet an. Mit der Antwort:
„Wir haben sie beim Herrn!“
erhebt sich die versammelte Gemeinde, steht auf und richtet sich aus, streckt sich aus nach Gott.
Es gibt viele Gründe, Gott zu loben. In der Präfation werden sie genannt und ein Grund, dem Festtag entsprechend, besonders hervorgehoben.
 
Die Gemeinschaft der Feiernden verbindet sich mit der Gemeinschaft der Heiligen und der Engel und stimmt ein in den Lobpreis (Sanctus), den der Prophet Jesaja hörte:

Heilig, heilig, heilig,
Gott, Herr aller Mächte und Gewalten.
Erfüllt sind Himmel und Erde
von deiner Herrlichkeit.
Hosanna in der Höhe.
Hochgelobt sei, der da kommt
im Namen des Herrn.
Hosanna in der Höhe.

Es ist eine Beziehungsgeschichte, ja eigentlich eine Liebesgeschichte, gestaltet in einer heiligen Dramaturgie, zwischen Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist und den Menschen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden auf einen Punkt verdichtet, in einem „Gesang“ eingefangen, in einem Lobpreis auf den Punkt gebracht, erhaben, erhebend, „hoch!“ eben, daher auch sein Name: Hochgebet.

Die Gemeinde wendet sich an Gott, den „Quell der Heiligkeit“. Aus dieser Quelle strömt der Heilige Geist, die heiligende und gestalterische Kraft für den Alltag.
•    Er ist die Kraft, die Jesus mit dem Vater verbunden hat.
•    Er ist die Kraft, die uns an die Dankesworte Jesu über Brot und Wein im Abendmahlsaal erinnern lässt.
•    Er ist die Kraft, die uns den Glauben schenkt, dass Jesus in Brot und Wein gegenwärtig ist und sich mit uns aufs engste verbindet.

Es ist „Geheimnis des Glaubens“.

In der Antwort kommen unser Tun und unsere Hoffnung zum Klingen:

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir
und deine Auferstehung preisen wir
bis du kommst in Herrlichkeit.

Mit dem Blick auf Gott sehen wir auch über die Gottesdienstgemeinde hinaus. Wir nehmen die Kirche auf der ganzen Erde wahr. Wir verstehen uns in Einheit mit dem Papst, den Bischöfen, mit allen, die sich für das Evangelium einsetzen, und dem ganzen Volk Gottes.

Wir sehen uns in Liebe verbunden mit den Verstorbenen und den Heiligen. Ein Jubelruf, ein jubilierendes Glaubensbekenntnis, macht allen freudig bewusst: Jesus Christus ist es, der alle miteinander verbindet, ja liebevoll an sich zieht.

Durch ihn und mit ihm und in ihm
ist dir, Gott, allmächtiger Vater,
in der Einheit des Heiligen Geistes
alle Herrlichkeit und Ehre
jetzt und in Ewigkeit.
A: Amen.

Was jedem einzelnen nottut, was für alle Menschen Not wendend ist, ist zusammengefasst in den Bitten des Vater unser.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Was wir brauchen und wovon wir leben  sagen wir uns zu im Friedensgruß und wünschen es uns und der ganzen Welt.

Im Zeichen des Brotbrechens – von dem früher die ganze Feier ihren Namen hatte – wird diese geglaubte und angestrebte Einheit noch einmal dargestellt.

Der Priester bricht die Hostie in mehrere Teile zum Zeichen, dass alle an dem einen Leib Christi Teil haben und alle den Leib Christi bilden.

Inzwischen wird der Gesang zur Brotbrechung (Agnus Dei) gesungen bzw. gesprochen:

Lamm Gottes,
du nimmst hinweg die Sünde der Welt:
erbarme dich unser. (2x)
Lamm Gottes,
du nimmst hinweg die Sünde der Welt:
gib uns deinen Frieden.

Kommunion
Beim Kommunionempfang essen alle von dem einen Brot und sind so eine Gemeinschaft in Christus, sind der Leib Christi. In vielen Ländern ist es üblich, dass die Kommunion in beiderlei Gestalten empfangen wird. Auch bei uns wird dies zunehmend als deutliches Zeichen für die Erfüllung des Auftrags Jesu erkannt („Nehmt und esst … nehmt und trinkt…“)
Nach dem Empfang der Kommunion verharrt der Einzelne im Dankgebet. In dieser Stille sind alle vereint durch das gemeinsame Schweigen nach der Kommunionausteilung.

6. Der Aufbau der Heiligen Messe Teil 4: Schluss

Entlassung
Nun werden Hinweise auf die Gottesdienste und Veranstaltungen der nächsten Zeit vermeldet. Sie stellen schon eine Verbindung her zwischen dem sonntäglichen Gottesdienst und dem Alltagsleben der kommenden Woche.

Was im Gottesdienst geschieht, soll weiterwirken. Segen und Sendung befähigen und verpflichten jede/n Einzelne/n das, alles Erfahrene und Gehörte im Alltag zu leben. Der Segen ist die Zusage, dass Gott die Menschen beschützt und immer bei ihnen bleibt. Er ist die Kraft, die uns begleitet und trägt.

Wer am Mysterium vom Tod und der Auferstehung Christi teilgenommen hat, wer Gottes Wort gehört und in der Kommunion den Leib Christi empfangen hat, der ist nun gesandt.
„Ite missa est“, (Geht, es ist Sendung) so hieß früher der Entlassungsruf. Auch die heutige Formulierung, „Gehet hin in Frieden“, weist darauf hin, dass Gottes Segen und sein Friede bei uns und allen Menschen, denen wir begegnen, weiterwirken sollen.

Der Herr sei mit euch.
A: Und mit deinem Geiste.
Es segne euch der allmächtige Gott,
der Vater + und der Sohn
und der Heilige Geist.
A: Amen.

Dank, Segen und Sendung
am Ende der Eucharistiefeier sind wie eine Zusammenfassung unseres Christseins. Wir danken für die Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Wir dürfen uns als Gesegnete verstehen, die ein Segen sein sollen, füreinander und für die Welt. Gestärkt werden wir dazu gesandt mit den Worten: „Gehet hin in Frieden.“ In der Antwort: „Dank sei Gott dem Herrn.“ nehmen wir den Auftrag an.