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1. September 2006 14:43 Alter: 10 yrs
Kategorie: Pressemeldung, Personen & Interviews, Homepage, Unser Bistum, Kirche & Gesellschaft

Kein Sheriff in Soutane


Essener Priester Hans-Dieter Hein ist Polizeidekan des Landes NRW

 

Er sei kein Sheriff in Soutane oder gar der Pater Brown des Ruhrbistums, betont Hans-Dieter Hein sofort, wenn man ihn nach der Arbeit und den Aufgaben eines Polizeidekans fragt. Polizeidekan, das sei lange Zeit die Repräsentation von Kirche bei der Polizei gewesen. „Ein paar Treffen oder auch Frühstückstermine – mehr nicht“, schmunzelt Hein, unter dessen Tätigkeit sich diese Arbeit mehr als gewandelt hat. Heute versteht man unter Polizeiseelsorge die aktive Begleitung von Polizeibeamten und Hilfe bei belastenden Einsätzen. So sei die Kirche im Alltag der Polizei präsent, erläutert Hein. Polizeiseelsorge werde aber auch als ethische Reflexion polizeilicher Arbeit verstanden.

 

Seit März 1995 ist der gebürtige Hagener Polizeiseelsorger im Bistum Essen. „Damals habe ich die Aufgabe zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Rektoratspfarrer von St. Ewaldi in Essen-Altenessen wahrgenommen“, so der 56-jährige. Aber das funktionierte nicht lange. „1998 bin ich von diesem Amt entpflichtet worden und seitdem ausschließlich und sehr gerne Polizeidekan“, so Hein.

 

Hein macht seine Arbeit seit über zehn Jahren nicht nur gerne, sondern auch gut und mit mehr als vollem Einsatz. Nicht zuletzt deshalb haben ihn die nordrhein-westfälischen Bischöfe jetzt zum Polizeidekan des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt. Als Sprecher der Polizeidekane der fünf nordrhein-westfälischen Bistümer will er sich selbst aber auf jeden Fall treu bleiben. „Mir ist es auch weiterhin wichtig, bei den Kollegen auf Streife, beim Einsatz oder einfach im Gemeinschaftsraum der Wache mit dabei zu sein“, betont er. „Ich bin nämlich kein Theoretiker, sondern lieber direkt bei den Polizisten und ihren Sorgen.“

 

Damit er dieser Arbeit weiterhin nachkommen kann, wird Hein durch Marcus Freitag, Pastoralreferent und ebenfalls Polizeiseelsorger im Bistum Essen, unterstützt. Freitag ist als Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung tätig. Hier unterrichtet er als Landesbeauftragter für Ethik im Polizeiberuf angehende Polizisten im gehobenen und höheren Dienst im Fach Ethik.

 

Hein sieht in der Polizeiseelsorge des Bistums Essen die gelebte „Geh-hin-Kirche“. „Wir gehen auf die Beamten zu, wir sind für sie und ihre Familien da. Wir gehen Klinkenputzen“, beschreibt Hein seinen Arbeitsalltag. Markus Freitag und er seien ein Teil der Polizei, erzählt Hein nicht ohne Stolz. „Das war nicht immer so. Am Anfang war ich ein blindes Huhn innerhalb der Polizei. Ich habe mir einen Kreis von Beamten gesucht, durch die ich in die Polizei ‚reingekommen‘ bin. So hat sich ein Netzwerk gebildet. Auf das kann ich auch im Rahmen meiner neuen Tätigkeit zurückgreifen“, so Hein.

 

Der Essener Weihbischof Franz Grave führt im Rahmen eines Pontifikalamtes Monsignore Hans-Dieter Hein als Polizeidekan des Landes NRW am Mittwoch, 6. September, 11 Uhr, im Hohen Dom zu Essen offiziell in sein neues Amt ein. Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst findet in der Aula des Generalvikariates, Zwölfling 16, in Essen ein Empfang statt. Gleichzeitig gilt die Feierstunde auch der Verabschiedung des scheidenden Polizeidekans des Landes NRW, Monsignore Karl-Ferdi Vater. Unter anderem werden an diesem Vormittag der Staatssekretär des Innenministeriums, die Polizeipräsidentinnen und Polizeipräsidenten sowie Vertreter der Kreispolizeibehörden und der Bezirksregierungen als Gäste erwartet.(dr)

 



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