24.11.2017

Vom Konflikt zur Gemeinschaft Ökumenische Woche 2017 in Heisingen

Zum Abschluss des Reformationsjubiläumsjahres, das die evangelischen Kirchen als gemeinsames Christusfest mit allen Mitchristen der verschiedensten christlichen Konfessionen und Gemeinschaften gefeiert haben, stand bei der seit Jahrzehnten durchgeführten ökumenischen Woche die Frage im Raum: wie leben wir in Heisingen eigentlich Ökumene?

Beim Erzählcafé am 15.November im Paulushof ging es zunächst um Erfahrungen und Erlebnisse der überwiegend älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer und es war viel von Verletzungen, Ausgrenzungen ja Anfeindungen die Rede. Viele hatten Erfahrungen in verschieden-konfessionellen Ehen und Familien und viele bedauerten, nicht wirklich „christlich“ gehandelt und gedacht zu haben. Beim Themenabend am 20.November stellte Gemeindereferentin Marlies Hennen-Nöhre als stellvertretende Vorsitzende der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) in Essen die Thematik in einen größeren, ja weltweiten Kontext. Ökumene ist mehr als katholisch und evangelisch. Viele christliche Kirchen – allein 14 sind in Essen in der ACK verbunden, gehören zur ökumenischen Bewegung dazu. Durch das Reformationsjubiläum in Deutschland wurden zahlreiche neue Impulse in die Ökumene gebracht. Das Treffen von Papst Franziskus mit dem Präsidenten und dem Generalsekretär des lutherischen Weltbundes im schwedischen Lund, der Buß- und Versöhnungsgottesdienst in der Michaeliskirche in Hildesheim , das ökumenische Fest „wie im Himmel, so auf Erden“ in Bochum, der Versöhnungsgottesdienst im Essener Dom  setzten besonders durch die gemeinsamen Selbstverpflichtungen und dem Bekenntnis zu den Gemeinsamkeiten im Glauben an Jesus Christus und sein Wort auch Akzente in Gesellschaft und Politik. Viel ist geschehen, Freude darüber ist angebracht, Jetzt müssen sichtbare Schritte zu erwarten sein. Auch in Essen gibt es viele sichtbare Schritte des ökumenischen, christlichen Miteinanders: Gottesdienste für die „Unbedachten“ monatlich, Gedenkgottesdienste zur Reichspogromnacht, Fahrradsternfahrten, die ökumenische Kirchennacht, der Gottesdienst im Grüne-Hauptstadtjahr im Stadtgarten, der Ermutigungstag im Hotel Franz. Ein  ökumenischer Ermutigungsgottesdienst ist für den 20. April 2018 geplant und ein weiterer Ermutigungstag soll am 23.03.2019 stattfinden.
Den Abschluss der ökumenischen Woche bildete der Gottesdienst am Buß-und Bettag in der Pauluskirche. Beide Kirchenchöre gestalteten die Feier musikalisch du die zur Katechese trugen Pfarrerin Cordula Altenbernd und Pastor Thomas Pulger im lockeren Zwiegespräch ihren persönlichen ökumenischen Glaubensweg vor. Bemerkenswert dabei: die evangelische Pfarrerin hatte Kindheit und Jugend in überwiegend katholischen Gemeinden, der katholische Pastor im evangelischen Sauerland verbracht. Und vielleicht war es ja diese Diasporaerfahrung, die ihren Glauben gestärkt, ihren Berufswunsch beeinflusst und den Blick für „die anderen“ offen gehalten hat.
Am Schluss des Gottesdienstes wurden auch hier 5 selbstverpflichtende Imperative verlesen und dazu jeweils eine große Kerze entzündet.
Die Kollekte ist für die weitere Gestaltung der ökumenischen Gedenkstätte am Platz der ersten Kapelle mitten im Dorf bestimmt. Unter anderem soll der Text der Schrifttafeln ergänzt werden.
Bei der Agapefeier im Gemeindezentrum drückte Altpfarrer Dr. Schendel Dank und Lob an den Ökumeneausschuss, an Pfarrerin Altenbernd, Gemeindereferentin Hennen-Nöhre, Pastor Pulger, Diakon Holtkamp und nicht zuletzt an die beiden Kirchenchöre aus für die tragende Gestaltung des Gottesdienstes und der ganzen Woche. In Heisingen- so Pfarrerin Altenbernd und Pastor Pulger - gibt es keine Konkurrenz der Gemeinden, aber viel gegenseitige Bereicherung. Es ist nicht alles gleich. Es ist Einheit in der Vielfalt.
fw

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